Alexander von Humboldt entdeckt den Klimawandel / Am Valenciasee entwickelt er eine bahnbrechende Idee: Es ist der Mensch, der das Klima schädigt. / Spiegel Expedition, 2018

 

 

Anfang Februar 1800 macht sich Humboldt auf den Weg zum Valenciasee im Norden des heutigen Venezuela. Am Ufer des Sees, den die Indianer Tacarigua nennen, eröffnet sich ihm und seinen Begleitern ein herrlicher Anblick: Tausende Enten schnattern auf dem Wasser, Fischreiher und Flamingos ziehen über ihre Köpfe hinweg. Es ist für Humboldt, als wäre der Himmel selbst in Bewegung geraten. Doch die Idylle trügt: Die Landschaft dort, der See, die Berge, die Felder, alles hat sich extrem verändert. Schuld daran sind, wie er bald erkennt, die europäischen Siedler. Er macht sich als erster Forscher weitreichende Gedanken darüber, wie sich die Natur durch die Einwirkung der Zivilisation verändert. Die Anwohner fragen ihn, warum der Wasserspiegel ihres Sees so bedrohlich sinke – und wir horchen in ein Gespräch mit einem Kleinbauern hinein, in dem er das Geheimnis des Valenciasees löst*.

* Das Gespräch ist fiktiv, beruht aber auf schriftlichen Zeugnissen Humboldts.